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Nachfolge Februar 2026

Die Nachfolge-Lücke im deutschen Mittelstand: Zahlen, Ursachen, Lösungen

Über 190.000 Unternehmen suchen in den nächsten Jahren einen Nachfolger. Warum klassische Lösungen oft scheitern – und welche Alternativen es gibt.

Die Dimension des Problems

Der deutsche Mittelstand steht vor einer der größten Herausforderungen seiner Geschichte: der Nachfolgewelle. Laut KfW-Nachfolge-Monitoring suchen in den kommenden Jahren über 190.000 Unternehmen einen Nachfolger. Viele davon werden keinen finden.

Die Zahlen sind ernüchternd: Jedes Jahr schließen tausende Unternehmen nicht etwa wegen wirtschaftlicher Probleme, sondern schlicht weil sich kein Nachfolger findet. Know-how geht verloren, Arbeitsplätze verschwinden, regionale Wirtschaftskreisläufe werden unterbrochen.

Warum klassische Lösungen scheitern

Die traditionelle Familiennachfolge funktioniert immer seltener. Die nächste Generation hat oft andere Pläne – Studium in der Großstadt, internationale Karriere, eigene Gründung. Und selbst wenn Interesse besteht, fehlt häufig die unternehmerische Erfahrung.

Der Verkauf an strategische Käufer oder Private Equity ist für viele Unternehmer keine Option. Zu groß die Angst vor Zerschlagung, zu fremd die Kultur der Finanzinvestoren, zu unpersönlich der Prozess.

Das Management-Buy-Out (MBO) scheitert oft an der Finanzierung. Führungskräfte haben selten das Kapital, um ihr eigenes Unternehmen zu kaufen – und Banken sind bei Nachfolgefinanzierungen zurückhaltend.

Ein anderer Ansatz

Was fehlt, sind Nachfolger, die unternehmerisch denken, aber nicht aus der Familie kommen müssen. Die langfristig orientiert sind, aber nicht die Passivität eines Finanzinvestors mitbringen. Die Kapital haben, aber auch operativ anpacken können.

Genau hier setzt ein neues Modell an: der unternehmerische Investor. Jemand, der nicht nur Kapital, sondern auch Zeit, Expertise und persönliches Engagement einbringt. Der das Unternehmen nicht als Exit-Vehikel sieht, sondern als langfristiges Projekt.

Was Unternehmer tun können

Der wichtigste Rat: Früh anfangen. Die Nachfolgeplanung sollte fünf bis zehn Jahre vor dem geplanten Ausstieg beginnen. Nicht weil der Prozess so lange dauert, sondern weil Optionen entstehen, wenn man Zeit hat.

Zweitens: Offen sein für verschiedene Modelle. Die Familiennachfolge ist nicht die einzige legitime Lösung. Ein externer Nachfolger, der das Unternehmen mit Respekt und Engagement weiterführt, kann die bessere Wahl sein als ein unwilliger Sohn oder eine überforderte Tochter.

Drittens: Das Unternehmen nachfolgefähig machen. Das bedeutet: Abhängigkeiten vom Inhaber reduzieren, Prozesse dokumentieren, Führungskräfte aufbauen. Ein Unternehmen, das ohne seinen Gründer funktioniert, ist für jeden Nachfolger attraktiver.

Fazit

Die Nachfolge-Lücke ist real, aber sie ist kein Schicksal. Mit der richtigen Vorbereitung, Offenheit für neue Modelle und dem passenden Partner lässt sich eine Lösung finden, die allen Beteiligten gerecht wird – dem Unternehmer, den Mitarbeitern und dem Unternehmen selbst.

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