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Nachfolge August 2025

Der richtige Zeitpunkt für die Nachfolge: Wann ist „zu früh" und wann „zu spät"?

Die meisten Unternehmer beginnen zu spät mit der Nachfolgeplanung. Was das kostet – und wie man es besser macht.

Das Timing-Problem

„Das hat noch Zeit" – mit diesen Worten schieben viele Unternehmer das Thema Nachfolge vor sich her. Bis es plötzlich drängt: Gesundheitliche Probleme, private Veränderungen, Marktdruck. Dann muss es schnell gehen – und das rächt sich.

Die Statistik ist eindeutig: Je kürzer der Vorlauf, desto schlechter das Ergebnis. Unternehmer, die fünf Jahre oder mehr planen, erzielen bessere Preise, finden passendere Nachfolger und übergeben erfolgreicher.

Wann ist „zu spät"?

Zu spät ist es, wenn die Optionen eingeschränkt sind. Wenn der Unternehmer nicht mehr die Kraft hat, den Prozess aktiv zu gestalten. Wenn das Unternehmen bereits leidet, weil strategische Entscheidungen aufgeschoben werden.

Typische Warnsignale: Schlüsselmitarbeiter verlassen das Unternehmen, weil sie keine Perspektive sehen. Investitionen werden zurückgestellt. Der Unternehmer ist mehr mit dem Tagesgeschäft beschäftigt als mit der Zukunft.

Wann ist „zu früh"?

Zu früh ist es fast nie. Die Nachfolgeplanung ist kein Bekenntnis zur Amtsmüdigkeit, sondern professionelles Unternehmertum. Wer früh anfängt, hat Optionen: Er kann potenzielle Nachfolger entwickeln, das Unternehmen attraktiver machen, verschiedene Modelle prüfen.

„Zu früh" wäre allenfalls, wenn der Unternehmer noch keine Klarheit über seine eigenen Ziele hat. Wann will ich aufhören? Was kommt danach? Was ist mir wichtiger – maximaler Preis oder die richtige Lösung für Mitarbeiter und Kunden?

Der ideale Zeitpunkt

Fünf bis zehn Jahre vor dem geplanten Ausstieg sollte die Planung beginnen. Das klingt lang, aber die Zeit wird gebraucht:

Jahre 5-7: Grundsatzentscheidungen treffen. Familiennachfolge, externe Lösung, Beteiligung? Das Unternehmen nachfolgefähig machen. Führungsebene aufbauen, Abhängigkeiten reduzieren, Prozesse dokumentieren.

Jahre 3-5: Konkrete Optionen prüfen. Potenzielle Nachfolger identifizieren und entwickeln. Unternehmenswert optimieren. Steuerliche und rechtliche Struktur vorbereiten.

Jahre 1-3: Transaktion vorbereiten und durchführen. Due Diligence, Verhandlung, Vertragsgestaltung. Übergangsphase planen.

Fazit

Der beste Zeitpunkt für die Nachfolgeplanung war vor fünf Jahren. Der zweitbeste ist heute. Wer früh beginnt, hat die Kontrolle. Wer wartet, reagiert nur noch.

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