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Digitalisierung September 2025

ERP-Einführung im Mittelstand: Die 5 teuersten Fehler

Warum ERP-Projekte oft aus dem Ruder laufen – und wie man es besser macht. Erkenntnisse aus der Praxis.

Das ERP-Trauma

Fragen Sie einen Mittelständler nach seiner ERP-Einführung, und Sie werden selten Begeisterung hören. Budget überzogen, Zeitplan gesprengt, Mitarbeiter frustriert – das ist eher die Regel als die Ausnahme. Dabei muss es nicht so laufen.

Fehler 1: Die falsche Systemwahl

SAP für ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitern? Eine Branchenlösung für ein Geschäftsmodell, das nicht zur Branche passt? Die Systemwahl wird oft von Marketing, Referenzen oder dem Bauchgefühl des IT-Leiters getrieben – nicht von einer nüchternen Analyse der Anforderungen.

Besser: Erst die Prozesse verstehen, dann das System wählen. Nicht umgekehrt.

Fehler 2: Unterschätzte Datenmigration

„Die Daten übernehmen wir einfach" – dieser Satz hat schon viele Projekte versenkt. Historische Daten sind oft inkonsistent, unvollständig, in Formaten gespeichert, die niemand mehr versteht. Die Migration wird zum Fass ohne Boden.

Besser: Früh analysieren, was wirklich migriert werden muss. Oft ist weniger mehr.

Fehler 3: Zu viel Customizing

„Bei uns läuft das anders" – und schon wird das Standardsystem verbogen, bis es nicht mehr wiederzuerkennen ist. Jede Anpassung kostet Geld, macht Updates kompliziert und bindet an den Implementierungspartner.

Besser: Prozesse hinterfragen, bevor man sie in Software gießt. Manchmal ist der Standardprozess besser als der eingefahrene.

Fehler 4: Change Management vergessen

Ein neues ERP-System ist ein Veränderungsprojekt, kein IT-Projekt. Die beste Software nützt nichts, wenn die Mitarbeiter sie nicht annehmen. Widerstand, Workarounds, Rückfall in alte Muster – alles schon gesehen.

Besser: Mitarbeiter früh einbinden, Schulungen ernst nehmen, Multiplikatoren aufbauen.

Fehler 5: Big Bang statt Schrittweise

Alles auf einmal, an einem Stichtag – das ist riskant. Wenn etwas schiefgeht (und es geht immer etwas schief), gibt es keinen Fallback. Das Tagesgeschäft steht, Kunden warten, Nerven liegen blank.

Besser: Modulweise einführen, Parallelbetrieb fahren, Risiken minimieren.

Fazit

ERP-Einführungen sind komplex, aber sie müssen keine Katastrophe sein. Der Schlüssel liegt in realistischer Planung, klaren Prioritäten und dem Mut, auch mal „Nein" zu sagen – zu Features, die nice-to-have sind, zu Anpassungen, die niemand braucht, zu Zeitplänen, die nicht zu halten sind.

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